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Henry Howard: A Complaint by Night of the Lover Not Beloved

Werkstatt/Reihen

(A Complaint by Night of the Lover Not Beloved)

Alas, so all things now do hold their peace,
Heaven and earth disturbèd in nothing;
The beasts, the air, the birds their song do cease,
The nightè’s chair the stars about doth bring;
Calm is the sea, the waves work less and less.
So am not I, whom love, alas, doth wring,
Bringing before my face the great increase
Of my desires, whereat I weep and sing
In joy and woe, as in a doubtful ease:
For my sweet thoughts sometime do pleasure bring,
But by and by the cause of my disease
Gives me a pang that inwardly doth sting,

When that I think what grief it is again
To live and lack the thing should rid my pain.

(1517 - 1547)



(Eine Klage bei Nacht des nicht geliebten Liebenden)

Ach, jedes Ding jetzt seinen Frieden hegt,
kein Ding den Himmel und die Erde stört,
kein Vogel singt, kein Wild, kein Wind sich regt,
stille die Sterne, die die Nacht auffährt,
ruhig die See, die Wasser kaum bewegt.
Nicht so bin ich, weil Liebe mich verzehrt,
mir mein Begehren klar vor Augen legt,
es wächst und wächst. Ich klage, wie ihr hört,
in Dur und Moll, doch zweifle unentwegt,
da mal mein süßes Sinnen mich betört,
mal die, die Schuld an meiner Unruh trägt,
mir einen Stoß versetzt, der mich versehrt ––

und immer wieder denk ich, ich entbehre
das Ding, das meines Leidens Ende wäre.


(Günter Plessow, 2001)

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