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Daniel Bayerstorfer
Vom Schallen ferner Hörner

Essay über
Alfred de Vignys Le Cor

Michael Braun




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ALS  WELTGEFÜHL

Die Sehnsucht der
Emmy Hennings



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/ 22. August
Ilhan Berk:
Drei Gedichte

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Zum 80. Todestag von
Federico García Lorca
täglich ein Beitrag,
wie anregend seine Poesie
heute noch ist.
Mit Norbert Lange,
José F.A. Oliver,
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Ab dem 19. August

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Besprechung:
Jan Kuhlbrodt

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Lyrik im Anthropozän




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Fugitive Horizons /  Flüchtige Horizonte

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Jan Kuhlbrodt


Politik & Poesie
Zeitzünder


21.08
.
Dennis Mizioch:

ein jahr später: menschenmassen

G. F. R. G.
(Gesellschaft für religiöse Gründungen)







Dada-Alphabet, Teil 2

 

Gedicht der Woche
(18.08. - 25.08.2016)



Hans Thill

DAS HOLZ DER ABGESTORBENEN

1

Im Norden enden die Flüsse kniehoch zwischen Hütten.
Wenn der Tag hinter den Dächern verschwunden ist, rennen
die Kinder übers leichte Eis. Die Tiere atmen
das von den Pflanzen verschluckte Licht.

2
Das elterliche Holz jetzt im Gestrüpp des Monats
Quatember

3
Die Stadt liegt an den Flüssen wie ein Gott,
der die Fliegen anzieht. Die Insekten sind aus dem Raps
gefahren, haben die Fische berührt, jetzt fallen sie
auf die Städter, die aus den schwarzen
Fabriken kommen.

4
Der Kranke geht durchs Kaufhaus, einen Korken
zwischen den Zähnen. Erwachend neben
dem späten Bett, spreche ich mit den
Abgestorbenen,

5
die das Fleisch anbeten und das grüne Wasser des Himmels
unterm Makadam. Ich sage: Anderswo.
Die Frauen tragen Knochen an ihren Hälsen, bedeckt
mit Fellen gehen sie vorbei an  
Brücken und Baustellen.

6
Die Leitungen der Stadt singen für die Abgestorbenen,
die das Holz anbeten, weil es vom warmen Wind
mit sich trägt.

7
Die Frauen tragen den Windstoß unter ihren Röcken.
Die blinden Vögel bewachen das Haus. Ich,
ein Selbstgespräch, trinke vom Weiherwasser.

8
Ich habe den Schlüssel vergessen, das Kleingeld.
Im Haus steht die Luft still, die Tagzeiten
schweigen, eine Wiese nach der Mahd.
Im Sitzen gleiche ich dem Zimmer,
das mich nährt.

9
Meine Stimme aus Algen und Fleisch. Die schimmlige
Tapete aus Holz, Wörtern. Das späte Brot,
der gegessene Schnee.

10
Der Schreier zwischen Häusern hat Unrecht.
Er gleicht dem schwermütigen Apfel in den
Schnee- und Regenwäldern, er gleicht der Makrele
in den Freizonen. Errare Erasmus est. Das Tier
hat Unrecht, das Kind hat Unrecht.

11
Wer flüstert, lügt. Der Weiher soll heißen Sohn,
Dad, Sonne. Boote voll Milch und von Leuten
gingen übern großen Teich.

12
Die grünen Wellen tragen den Himmel, lassen
das Holz sinken

Hans Thill: Ratgeber für Zeugleute. Gedichte. Brueterich Press, Berlin/Reitenegg 2015.

Audio
Christian Morgenstern

Täglich ein Galgenlied (Archiv)
NOCH ZWEI TAGE !



24.08.2016

Christel Steigenberger
(I), Markus Hallinger (II):
"Zäzilie I + II"

Audio
Christian Morgenstern

Täglich ein Galgenlied (Archiv)
ZUGABE FÜR DEN SCHLUSS !



24.08.2016

Armin Steigenberger:

"Das große Lalula" (Gitarrenversion)

Memo:

Im Shakespeare-Jahr
sieben Sonette wöchentlich

- übersetzt und kommentiert
von Günter Plessow


24. 08. 2016:           

123.


Du prahle nicht, daß ich mich wandle, Zeit!
Die Pyramiden, die du neu erbaut,
sind mir nicht seltsam, keine Neuigkeit,
es sind Repliken, die wir oft geschaut.
Du hältst uns kurz, und so bewundern wir,
was du uns zuspielst, nehmens alt für neu,
als wärs für uns geboren jetzt und hier,
und übersehn, wie altbekannt es sei.
Ich fordre dich heraus und die Geschichte,
bestaune nicht, was ist, noch, was vergangen;
es lügt doch, was wir sehn und hörn –– Gerüchte,
Fiktionen deiner Hast, in Hast befangen.
      Ich werde treu sein –– dieses schwöre ich ––
      trotz deiner Sense treu sein ewiglich.

Zu den Originalen 120 - 126

Die Münchner Anthologie

stellt lyrische Texte vor, die in der Zeit nach der Anti-Lyrik-Revolte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entstanden sind.

Moderne Herangehensweisen – rhetorische, semiologische, strukturalistische, dekonstruktivistische usf. – werden vorgestellt.

Die Form essayistisch und spielerisch, so poetisch wie möglich und sehr persönlich – von der Hymne bis zur Verdammung, wird Schlaglichter werfen auf ein sonst unübersichtliches Gelände.

Zuletzt:

 
 

Meret Oppenheim:
(Endlich! Die Freiheit!) 1933

Karin Fellner:
"Endlich! Die Freiheit"

 
 

Jan Wagner:
zwei städte, 2014

Wolfram Malte Fues:
zwei städte

 
 

Sonja vom Brocke:
Le Luxe, 2015

 

Neu im August

Neu im Juli

Hendrik Jackson

Über die Müdigkeit des Rezensenten und wie sie verfliegt angesichts zweier neuer Zeitschriften-
nummern
(Schreibheft 86 und Randnummer 6•7•8)

Gottfried Benn, Friedrich W. Oelze:
Briefwechsel 1932-1956  

Besprechung
Michael Braun

Martina Hefter
Ungeheuer.
Stücke / Gedichte


Besprechung
Dirk Uwe Hansen

Ulrike Feibig
perlicke, perlacke, mein herz schlägt

Besprechung
Konstantin Ames

Kate Tempest
Hold Your Owen

Besprechung
Mario Osterland


Ann Cotten
Verbannt!

Rhapsodische Gedanken
Meinolf Reul

Adrian Kasnitz
Glückliche Niederlagen

Besprechung
Meinolf Reul


Wolfram Malte Fues
SkalpeSkalpelle

Besprechung
Jan Kuhlbrodt

Markus Berges
Die Köchin von Bob Dylan

Besprechung
Julia Trompeter

Anja Kampmann
Proben von Stein und Licht

Besprechung
Dirk Uwe Hansen

Michael Lentz:
Mons Augen


Jan Kuhlbrodt
interviewt
Michael Lentz
über Franz Mon


ESSAY



Ulrich Schäfer-Newiger:
Sprache. Freiheit. Melancholie.




Über Helga M. Novak
als Dichterin


Thema: Tanz

Martina Hefters
Nachbereitung des Poeticon-Diskussions-Abends im „Ausland“, Berlin.

Teil 1
Teil 2
Teil 3: Ausflug in Techniken
Reaktionen

 
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