Tania Rupel Tera: nach und nach verstehen wir alles
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Tania Rupel Tera
nach und nach verstehen wir alles / nach und nach vergessen
wir es / und schweigen
in den sanften Tüchern der Stille gewickelt / nur ein Hirte
unterhält sich mit seinen
Geistern am Fenster / du schaust zu ihm / ich zu dir / und
immer wieder in die Richtung
wo seine Schafe verborgen / in der vergoldeten Luft weiden
gehe jetzt / sagst du / ein Stein fällt vom Abendhimmel auf
die Straße / der Bürgersteig
wie abgebrochen vom Berg / seine dunkelgraue Farbe fließt
weiter / in die Stadt /
die Autos mit ihrem bääh / heben ungnädig das Pflaster /
einer alten Wunde der Erde
fremd / meine metallischen Schritte / das Rasseln des
Schlüsselbunds
in der Hand / als ob eine Violine im Innern / aus dünnem
Schafdarm ihre Saiten
sie reißen / ich mache in der Leere Licht an / kein Dach /
über mir allein
die Lawine der Nacht
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es ist chronisch geworden
ich stürze in die letzte Umarmung
der Gnade / und wache in irgendeinem Tal auf
aber manchmal
manchmal stehe ich mitten im Schlaf
und gehe fliegen
zu lange ging ich nur pinkeln / es ist genug
Cтига! / Stiga!
ich reiße das Fenster auf und schwinge mich
durch die Labyrinthe des Denkens / des Regens
zwischen schlafwandelnden Wolken / und Sternen
ich gleite / flattre / schwebe / fliege mich satt
dann wachsen die Füße wieder / finden das Bett
ich schreibe mich rasch nieder
in ein träumendes Heft