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Steffen Marciniak: Isländische Wüsten

Gedichte > Gedichte der Woche

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Foto: gezett - Gerald Zörner
Steffen Marciniak

Isländische Wüsten

Jón Leifs: „Geysir“
für Orchester op. 51, 1961


Wo die steilen Felsen in schmale Fjorde stürzen
Streift um die Küsten · fast erstickt vom Meer
Ein einziger Ton · der Ruf von einem Kontrabass
In dein friedliches Land · die Insel ohne Kriege.

Mit Paukengrollen eröffnet das Orchester
Im unterirdischen Wasser · sprühendes Magma
Und der zu schwarzen Wüsten verbrannte Sand
Ohne lebende Vegetation · gerät ins Beben.

Wenn Zimbeln in mäandernder Lava gewittern
Künden Röhrenglocken von versenkten Vulkanen
Bricht zwischen pulsenden Gletschermoränen
Endlich der Geysir · als Wasserorgel hervor.

Im menschlichen Streitlustleben ist Frieden rar
Hier taucht er · aus der sinkenden Fontäne auf.
Wenn Sterne erkalten · Tage im Dunkel erfrieren
Beobachte ich sinnlich mit dir: Polarlichter.


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