Elke Engelhardt: Die Psychopathologie des Alltags
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Elke Engelhardt
Die Psychopathologie des Alltags
Ich habe meinem Kind geschrieben. Es ist schwer dir zu schreiben, schrieb ich und dann dass ich gerne wüsste wer ich bin, aber nicht weiß wo ich mit der Suche beginnen soll. Papierfischchen haben den Brief gefressen. Das Ende der Geschichte wird sein, dass du ganz allein da stehst, höre ich meine Mutter sagen und obwohl ich nicht glaube, dass es ein Ende gibt, hat sie Recht behalten.
Ich stehe noch
immer ganz
allein
da
Der Schmerz vergeht nicht
er zieht sich zurück
in weniger besiedelte Gegenden
Meine beerdigte Mutter, kontaktfreudig wie zu Lebzeiten, hat längst Anschluss gefunden und Freundschaften geschlossen. Hier im Kubus der gerade noch Erinnerten, sagt sie, ist es heimelig. Wir haben uns der Vergänglichkeit angeboten. Aber du lässt ja nicht los.