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Arnau Pons: »El traç ja no tenia ...« / »Der Strich war nicht mehr ...«

Werkstatt/Reihen > Reihen > Der Hafenstrahler

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Foto: Jonàs Pons
Arnau Pons

»El traç ja no tenia ...« / »Der Strich war nicht mehr ...«

Übertragen von Àxel Sanjosé


El traç ja no tenia
tanta bellesa com abans,

semblava sobre tot que hi mancava el cor—

frenat, però,
aquest
vigilava tota l’estona

de dalt,

talment un ratpenat quiet
que penjava del jo,

amb l’embriaguesa de contestar a dins.


der Strich war nicht mehr
von solcher Schönheit wie früher,

es schien vor allem, dass ihm das Herz fehlte –

abgebremst
wachte dieses allerdings
die ganze Zeit

von oben herab,

gleichsam eine bewegungslose Fledermaus,
die am Ich hing,

mit der Trunkenheit, im Innern zu widersprechen.


Aus: Arnau Pons: Llum de ganivet. Vic: Café Central / Eumo, 2012

Arnau Pons (Felanitx, Mallorca, 1965) ist Lyriker, Übersetzer und Essayist. Von ihm sind vier Gedichtbände erschienen, der letzte Llum de ganivet (2012). Gemeinsam mit dem Komponisten Hèctor Parra schuf er das poetisch-musikalische Werk Constellations, das von der gleichnamigen Gemäldeserie von Joan Miró inspiriert ist und für das beide 2024 den Premi Alícia de Creació erhielten. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit Paul Celan, dessen poetisches Gesamtwerk er ins Katalanische überträgt und umfangreich kommentiert (bislang erschienen: Von Schwelle zu Schwelle, Sprachgitter, Atemkristall  – ausgezeichnet mit dem Übersetzungspreis des spanischen Kultusministeriums – und Die Niemandsrose, das in diesem Jahr den renommierten Premi Ciutat de Barcelona erhielt). Darüber hinaus hat er u. a. Werke von Peter Szondi, Jean Bollack, Hélène Cixous, Maurice Blanchot, Walter Benjamin, Dino Campana, Marguerite Duras, Luiza Neto Jorge und Herberto Helder ins Katalanische übersetzt sowie das Langgedicht Dos lid funm ojsgehargetn jidischen folk von Jitzchak Katzenelson aus dem Jiddischen ins Judäo-Spanische (Ladino).

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