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Elke Erb: Das Gedicht ist, was es tut - 2

Rezensionen / Verlage


Jan Kuhlbrodt

Notizen zu Elke Erbs Berliner Rede zur Poesie


Notiz 2
Trotzdem ist Dichtung

Was nicht verschwindet, und es wird Bestandteil bleiben.  
    Günter Kunert berichtet, dass, als er einmal Stefan Heym besuchte, dessen kleiner Sohn ihm entgegen kam und ihm zurief: „Sie sind schon da!“ Er meinte aber nicht die anderen erwarteten Gäste, sondern zwei Herren von der Staatssicherheit, die in ihrem Lada vor Heyms Gartentor saßen.

Und in Elke Erbs Vortrag folgende Passage auf Seite 38:

„Und Helga erzählte, vor ihrem Haus stand ein Stasiauto und da sie herauskam sagte sie: „Ich gehe jetzt zum Verband der bildenden Künstler, dann in die Kaufhalle und in so anderthalb Stunden bin ich wieder da.

Heute ist der 19.03.2016. Ich dachte, ich dokumentiere das mal.“
Zwei Randbemerkungen in Büchern, die sich eigentlich um Anderes drehen. Auch klingen sie weniger dramatisch, als die Erlebnisse sich angefühlt haben müssen. Und sie werden nicht verschwinden, diese Momente, gegen die Kunst bestehen musste, und gegen die sie noch in der Erinnerung bestehen muss.
 

 

Elke Erb: Das Gedicht ist, was es tut. Berliner Rede  zur Poesie, Bd. 3. Göttingen (Wallstein Verlag) 2018. 88 Seiten. 13,90  Euro.
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